Was ist Rehabite?

Zahlreiche Studien der vergangenen Jahrzehnte konnten zweifelsfrei belegen, dass bei muskulären Myoarthropathien (MAP) Heimübungen die gleichen therapeutischen Effekte bewirken wie etwa das nächtliche Tragen von Okklusionsschienen [4,5]. Schulte [6] berichtete schon vor Jahrzehnten von der erfolgreichen aktiven Einbindung seiner Patienten in die Therapie, was jedoch im Zuge der Zeit fast in Vergessenheit geriet. Aktuelle Studien konnten nun zeigen, dass sich die (Kau-)Muskulatur insbesondere durch koordinative Übungen außerordentlich effektiv trainieren lässt [1,3,7,8]. Als Folge eines koordinativen Trainings kommt es zu anhaltenden, die jeweilige Trainingseinheit überdauernden Veränderungen der muskulären Funktionsmuster, begleitet von strukturellen Modifikationen spezifischer kortikaler Regionen [7,8]. Die durch das Training bewirkten intramuskulären motorischen Adaptationen sind dabei ein wesentlicher Effekt im Rahmen einer erfolgreichen Muskelschmerztherapie [2,5].

Das Rehabite ist das erste Trainingsgerät, das ein kraftkontrolliertes intraorales koordinatives Training unter reproduzierbaren Trainingsbedingungen mit Hilfe eines hydrostatischen Systems – vergleichbar mit dem Balancieren auf eine Wippe – ermöglicht. Zusätzlich kann das Training mit einfachen Bewegungsübungen ergänzt werden. Das Rehabite eignet sich auch nach Abklingen der akuten Symptome als rehabilitationsmedizinische Option im Sinne einer prophylaktischen Maßnahme. Der Einsatz des Rehabite als Ergänzung zur Standard­therapie mit Okklusionsschienen ist ebenfalls empfehlenswert.

 

Das Training mit dem Rehabite ermöglicht eine

zeit- und ortsunabhängige Behandlung mit geringem Aufwand, d.h. eine Therapie ohne Termin in der Praxis, die jederzeit im beruflichen oder privaten Umfeld innerhalb weniger Minuten durchgeführt werden kann. Damit erfüllt das Training mit dem Rehabite alle Ansprüche an eine zeitgemäße, ökonomische Rehabilitationsmedizin.

Heimübungen mit Rehabite

Die Heimübungen werden in einem klinischen Setting beim Physiotherapeuten oder Zahnarzt mit dem Patienten trainiert. Hierzu wird zunächst die Höhe einer schmerzfreien submaximalen Muskelkontraktion festgestellt. Die submaximale Aktivierung sollte jedoch in jedem Fall unter 150 N liegen. Die Festlegung dieses therapeutischen Maximalwertes (100%) wird mit Hilfe des kalibrierten Rehabite-Feedbacks vorgenommen. Die spezielle Feedback-Vorrichtung am Rehabite erlaubt dann das Training mit einem Kraftniveau in Höhe von 50% des vorher ermittelten Wertes durch einfache haptische Kontrolle.

Beim Verstärken von Beschwerden werden die Übungen temporär für einen Tag ausgesetzt und anschließend auf ausschließlich niedrigem Kraftniveau bis zum nächsten Kontrollbesuch beim Behandler weitergeführt. Die neben der Schmerzreduktion erzielten Trainingseffekte der Muskulatur können auf Wunsch der behandelnden Therapeuten im Verlauf der Behandlung mit elektromyographischen Aufzeichnungen (EMG) dokumentiert und verifiziert werden. Kontrollsitzungen sind initial in ein-, zwei- und dreiwöchigem Intervall durchzuführen. Danach kann die Kontrolle des Behandlungsverlaufs in üblichen Abständen erfolgen.

Trainingsablauf

Eine Trainingsübung:

  •  50%iges Kraftniveau rampenförmig ansteuern
  •  10 Sekunden halten
  •  Kiefer öffnen bis kurz vor die Schmerzgrenze
  •  Kiefer schließen bis zur Ruhelage
  •  10 Sekunden Pause in Ruhelage

 

Ein Trainingssatz:

  •  10 Wiederholungen der Übung
  •  30 Sekunden Pause in Ruhelage

 

Eine Trainingssitzung:

  •  3 Sätze bei 50% Kraftniveau

Nach deutlichem Abklingen der Symptome werden auch intervallmäßig Trainingssitzungen mit 100% (max.150 N) durchgeführt.

 

Trainingshäufigkeit:

  •  3 Mal täglich im Abstand von jeweils 4–5 Stunden
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    Dipl.-Ing. Hans Laich

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  • Literatur

    1. Hellmann D, Giannakopoulos NN, Blaser R, Eberhard L, Rues S, Schindler HJ. Long-term training effects on masticatory muscles. J Oral Rehabil 2011;38:912-920.
    2. Hodges PW J. Pain and motor control: From the laboratory to rehabilitation. Electromyogr Kinesiol. 2011;21:220-8.
    3. Iida T, Komiyama O, Obara R, Baad-Hansen L, Kawara M, Svensson P. Repeated clenching causes plasticity in corticomotor control of jaw muscles. Eur J Oral Sci 2014;122:42-48.
    4. Schindler HJ, Türp JC, Nilges P, Hugger A.Therapie bei Schmerzen der Kaumuskulatur: Aktualisierung der Empfehlungen. Schmerz 2013; 27:243-252.
    5. Schindler HJ, Hugger A, Kordaß B, Türp JC. Grundlagen der Schienen­therapie bei Myoarthropathien des Kausystems. Z Kraniomandib Funkt 2014;6:207-230.
    6. Schulte W. Kiefergelenkerkrankungen und Funktionsstörungen. In: Schwenzer N, Grimm G (Hrsg) Zahn-Mund-Kieferheilkunde. Spezielle Chirurgie. Stuttgart: Thieme, 1981, S. 118-187.
    7. Taubert M, Draganski B, Anwander A, Müller K, Horstmann A, Villringer A, Ragert P. Dynamic properties of human brain structure: learning-related changes in cortical areas and associated fiber connections. J Neurosci 2010;30:11670-11677.
    8. Sehm B, Taubert M, Conde V, Weise D, Classen J, Dukart J, Draganski B, Villringer A, Ragert P. Structural brain plasticity in Parkinson’s disease induced by balance training. Neurobiol Aging. 2014;35:232-9.

     

    Rehabite wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. dent. Hans-Jürgen Schindler entwickelt.

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